Das Regalinventar

Aufgeschlagenes Heft mit handschriftlichen datierten Einträgen

Mein Inventar ist unspektakulär. Für jedes offene Produkt eine Zeile: was es ist, wann es angebrochen wurde, wie lange es nach dem Öffnen gedacht ist.

Der Zweck war nie eine Auswahl. Der Zweck war, aufzuhören, Dinge zu kaufen, die ich schon hatte. Wer nichts notiert, kauft im Zweifel nach, und der Zweifel kommt immer im Laden, nie zu Hause vor dem Regal.

Nebenbei protokolliert die Liste aber noch etwas anderes. Es steht dort, was jedes Mal wieder auftaucht — und was seit anderthalb Jahren dieselbe Zeile belegt. Das Zweite ist die interessantere Information.

Daraus ist die Regel für meine Auswahl entstanden. Was in der Liste steht, geht auf die Haut und ist deshalb Privatsache. Was nicht in der Liste steht, aber jeden Abend in der Hand liegt — Tuch, Pinsel, Band, Licht —, ist genau das, was man schenken kann.

Wer selbst so eine Liste führen will, braucht keine App. Ein Blatt an der Innenseite der Schranktür reicht, und man muss es nicht jede Woche pflegen. Interessant wird es nach etwa einem halben Jahr.

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