Ein volles Regal ist keine Auswahl

Es gibt einen Punkt, an dem ein Regal kippt. Vorher ist es eine Auswahl: Man greift nach dem, was man benutzt, und man findet es. Danach ist es ein Vorrat, und Vorräte haben eine Eigenschaft, die Sammlungen nicht haben — sie laufen ab.
Der Punkt liegt niedriger, als die meisten denken. Er hängt nicht daran, wie viel jemand kauft, sondern daran, wie viel gleichzeitig offen ist. Zwei offene Flaschen derselben Sorte bedeuten, dass eine davon nicht rechtzeitig leer wird.
Danach beginnt eine Rechnung, die niemand gern aufmacht. Auf jeder Packung steht, wie lange sie nach dem Öffnen gedacht ist. Wer das mit dem eigenen Verbrauch vergleicht, weiß nach fünf Minuten, wie viel im Regal gerade Wartezeit ist.
Für Geschenke folgt daraus etwas Praktisches: Alles, was das Regal voller macht, ist ein schlechtes Geschenk, egal wie gut es ist. Alles, was es übersichtlicher macht, ist ein gutes — Einsätze, Behälter, Halterungen. Sie schaffen keinen neuen Vorrat, sie machen den bestehenden benutzbar.
Und wer trotzdem etwas Verbrauchbares schenken will, nimmt das, was sicher aufgebraucht wird. Tücher, Applikatoren, Wattepads. Nichts davon wartet.