Was man Handarbeitenden nicht schenkt
Garn ohne Angaben. Siehe oben, in Kurzform: zu viele Entscheidungen, alle vom Projekt abhängig. Wenn es doch Material sein soll, dann nur nach ausdrücklicher Ansage, mit Lauflänge und Farbnummer, und dann ist es streng genommen eine Besorgung und kein Geschenk.
Nadelsets ins Blaue. Nadeln sind ein System. Wer mit einem bestimmten Anschluss arbeitet, kann mit einem anderen nichts anfangen, und die Kombination aus Material, Spitze und Seil ist Gewohnheit. Ein Set ohne Kenntnis des Systems liegt ungeöffnet im Schrank.
Fertige Sets für ein Motiv. Alles dabei für genau eine Sache, die sich jemand anders ausgedacht hat. Das ist kein Geschenk an eine Person, die selbst entscheidet, was als Nächstes entsteht, sondern eine Hausaufgabe in einer hübschen Schachtel.
Alles, was eine Rolle mitliefert. Tassen mit Sprüchen, Schilder für die Tür, alles, was das Handwerk niedlich macht oder an ein Alter bindet. Handarbeit ist ein Handwerk mit Werkzeug, Material und Fehlerquellen. Sie braucht keine Verkleidung.
Was übrig bleibt, ist unspektakulär: eine Schere, ein Etui, eine Lampe, ein Waschmittel. Genau deshalb funktioniert es.