Eine Pflanze ist eine Aufgabe

Eine Pflanze zu verschenken ist der naheliegendste Einfall in dieser Nische und der folgenreichste.

Sie kommt nämlich nicht allein. Sie bringt einen Standort mit, den es in dieser Wohnung geben muss und manchmal nicht gibt. Sie bringt einen Wasserbedarf mit, den niemand angekündigt hat. Und sie bringt eine Erwartung mit, die nirgends ausgesprochen wird: dass sie in einem Jahr noch lebt und dass man beim nächsten Besuch danach fragen darf.

Für jemanden, der ohnehin schon viele hat, ist das keine Freude, sondern eine weitere Zeile auf einer Liste. Und für jemanden, der noch keine hat, ist es eine Entscheidung, die andere getroffen haben.

Dazu kommt ein praktischer Punkt. Lebende Pflanzen reisen schlecht. Was im Karton eine Woche unterwegs war, sieht beim Auspacken selten so aus wie auf dem Bild, und der Beschenkte hat dann nicht ein Geschenk, sondern einen Fall.

Was stattdessen bleibt, ist gut ausgestattet und ziemlich unromantisch: Licht dort, wo im Winter keins ist. Ein Gefäß in einer Größe, die tatsächlich vorkommt. Etwas, das die Frage nach dem Wasser beantwortet, statt sie zu stellen. Nichts davon setzt voraus, dass man weiß, was in dieser Wohnung steht.

Wenn es doch eine Pflanze sein soll, dann abgesprochen. Das ist dann kein Überraschungsgeschenk mehr, sondern eine Besorgung — und in diesem einen Fall ist das die bessere Variante.

Alle Beiträge dieser Stimme

Lust, selbst passende Geschenke zu finden? Zu den Pflanzen & Garten-Geschenkideen von Ilvy Trieb