Was man Lesenden nicht schenkt

Stapel ungelesener Bücher neben einem Sessel

Einzeltitel ohne ausdrücklichen Wunsch. Der häufigste Fall und der aussichtsloseste. Man weiß nicht, was schon gelesen wurde, was bewusst gemieden wird und was gerade angefangen ist. Drei Unbekannte, ein Versuch.

Bücher mit Sprüchen über das Lesen. Kissen, Tassen, Schilder, Bände mit Zitaten über Bücher. Sie sind im Moment des Auspackens nett und danach Gegenstand. Wer das Hobby zum Motiv macht, behandelt es als Marotte statt als Beschäftigung.

Alles, was den Stapel kommentiert. Der Stapel ungelesener Bücher ist der wundeste Punkt der Nische, und jeder Witz darüber ist schon gemacht worden. Ein Geschenk, das ihn erwähnt — mit einem Aufdruck, einem Zähler, einer Karte — ist kein Geschenk, sondern eine Bemerkung.

Zum Stapel selbst: Er ist kein Problem. Er wächst schneller, als gelesen wird, und das ist bei allen so, die viel lesen. Er ist Vorfreude in Papierform und braucht weder Rechtfertigung noch Hilfe beim Abbau.

Was übrig bleibt, klingt unspektakulär: eine Lampe, eine Stütze, ein Stapel Zettel. Genau deshalb funktioniert es. Diese Dinge setzen kein Genre voraus, sondern nur, dass jemand liest.

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