Die Kladde hat zwei Hälften

Ich führe ein dickes Heft, und es ist von zwei Seiten beschrieben.
Vorne steht das Regal. Welche Reihe wo steht, welche Lücke fehlt, welche Ausgabe in welcher Edition. Das klingt nach Buchhaltung und ist es auch. Der Nutzen zeigt sich immer erst dann, wenn jemand fragt, was er schenken könnte — und ich in zehn Sekunden sagen kann, was gerade nicht passt.
Hinten steht das Kostüm. Schnitt, Materialliste, Con-Termin, Arbeitsstunden. Und daneben eine Spalte, die anfangs niemand geplant hat: was nach acht Stunden gescheuert, gerutscht oder gerissen ist.
Diese Spalte ist die interessanteste Seite des ganzen Hefts. Sie enthält keine Meinung. Sie protokolliert, was ein Kostüm nach einem vollen Tag mit einem Menschen macht, und sie wiederholt sich. Dieselben vier oder fünf Dinge, Con für Con.
Daraus wird eine Auswahl, ohne dass ich mich für irgendetwas entscheiden müsste. Was in dieser Spalte steht, ist ein Problem. Was ein Problem aus dieser Spalte löst, ist ein Geschenk. Alles andere ist Dekoration.