Schenk keine Karte

Der naheliegendste Gedanke ist auch hier der falsche. Wer jemanden kennt, der sammelt, kauft ein weiteres Stück für die Sammlung — und liegt damit sehr zuverlässig daneben.

Das liegt an der Zahl der Bedingungen. Es gibt Versionen, Auflagen, Zustände und einen Tauschstand, der sich jede Woche ändert. Ein Stück ist nur dann richtig, wenn alle vier stimmen, und drei davon kann man von außen nicht wissen. Wer trotzdem kauft, trifft im besten Fall etwas, das schon da ist.

Dazu kommt etwas, das schwerer wiegt. Eine Sammlung ist eine Entscheidungsfolge. Jemand hat sich für diese Ausgabe entschieden und gegen jene, und diese Entscheidungen sind der eigentliche Inhalt. Ein Stück von außen hineinzulegen heißt, in dieser Folge mitzureden, ohne sie zu kennen.

Was übrig bleibt, hat keine Meinung. Hüllen haben keine Meinung. Ein Ordner hat keine. Licht auf einem Regal hat keine. Diese Dinge sagen nichts darüber, wen jemand mag, und sie sind trotzdem — oder gerade deshalb — die Lücke.

Wer sammelt, hat kein Objektproblem. Die Sammlung wächst schneller als der Platz, und ab einer bestimmten Größe liegt der überwiegende Teil nicht dort, wo er liegen sollte. Genau dort ist Platz für ein Geschenk.

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