Was im Sammlungsregister steht
Ich führe eine Liste mit drei Spalten: Version, Zustand, Tauschstand. Das klingt nach Inventar und ist auch eines.
Die erste Spalte ist die längste und die uninteressanteste für Außenstehende. Sie hält fest, welche Ausgabe hier liegt, und sie ist der Grund, warum Schenken schwierig ist: Wer sie nicht kennt, kann nicht wissen, was fehlt und was doppelt ist.
Die zweite Spalte ist die, über die ich am meisten nachdenke. Zustand ändert sich, und zwar nicht durch Unfälle, sondern durch Alltag. Ein Stück, das oft in der Hand ist, wird an den Ecken weich. Eines, das ungeschützt liegt, verfärbt sich in ein paar Jahren. Nichts davon passiert an einem Tag, und deshalb bemerkt man es erst, wenn man vergleicht.
Die dritte Spalte ist die einzige, die nach außen zeigt. Tauschstand heißt: was offen ist, was unterwegs ist, was ich noch schulde.
Auffällig ist, was in keiner der drei Spalten steht. Es gibt keine Spalte für Ausstattung. Hüllen, Ordner, Leisten und Licht kommen im Register nicht vor, obwohl die zweite Spalte fast vollständig von ihnen abhängt. Das ist kein Zufall, sondern die typische Lücke: Man führt Buch über die Sammlung und nicht über das, was sie zusammenhält.