Der Lichtplan

Mein Lichtplan ist eine Handzeichnung, keine Planung. Grundriss aus dem Gedächtnis, ein Symbol für jede Lampe, und daneben zwei Zahlen: Kelvin und Höhe über dem Boden.

Angefangen habe ich damit, weil ich in einer Wohnung zwei Jahre lang abends dasselbe Unbehagen hatte, ohne es benennen zu können. Möbel, Farbe und Fenster waren nicht das Problem. Auf dem Blatt war es nach zehn Minuten offensichtlich: fünf Lichtquellen, alle auf ungefähr derselben Höhe, alle deutlich zu kalt.

Seitdem zeichne ich jede Wohnung, in die ich ziehe, einmal ab. Das Verfahren ist banal und liefert trotzdem sofort eine Reihenfolge. Wo alle Zahlen ähnlich sind, fehlt eine Ebene. Wo die Kelvin-Werte hoch sind, kostet die Änderung ein paar Euro.

Für Geschenke folgt daraus etwas Praktisches. Man muss die Wohnung nicht kennen, um zu wissen, dass fast überall dieselben zwei Dinge fehlen: eine Lichtquelle weiter unten und wärmeres Licht. Beides lässt sich verschenken, ohne einen einzigen Einrichtungsgeschmack zu treffen.

Wer selbst so einen Plan zeichnen will, braucht keine Maße. Die Höhe schätzt man, die Kelvin-Zahl steht auf der Packung des Leuchtmittels. Zehn Minuten, einmal.

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