Am Sonntag fehlt immer etwas

Angefangene Projekte haben in den seltensten Fällen mit Können zu tun. Sie haben mit Unterbrechungen zu tun, und Unterbrechungen entstehen fast immer gleich.
Man fängt am Samstagnachmittag an, kommt gut voran, und irgendwann fehlt eine Kleinigkeit. Kein Gerät — eine Schraubenlänge, eine Körnung, ein Bohrer. Am Samstag geht man dafür noch los. Am Sonntag nicht mehr, weil zu ist. Und am Montag fängt die Woche an.
Zwischen Sonntagnachmittag und dem nächsten freien Tag liegen sechs Tage, und in diesen sechs Tagen verliert ein Projekt seinen Schwung. Die Baustelle wird zum Zustand, an den man sich gewöhnt. Wer eine angefangene Wand ein halbes Jahr hat, hat nicht aufgegeben — er hat einmal an einem Sonntag etwas nicht dagehabt.
Deshalb steht bei mir Verbrauchsmaterial weiter oben, als es beim Schenken wirkt. Ein Sortiment mit allen gängigen Größen ist kein aufregendes Geschenk. Es ist aber der Unterschied zwischen einer Unterbrechung von zehn Minuten und einer von sechs Tagen.
Der zweite Punkt ist die Ordnung, und der wird noch stärker unterschätzt. Vieles ist da und wird trotzdem nicht gefunden. Wer eine halbe Stunde sucht, hört danach oft ganz auf, weil die halbe Stunde die war, die zur Verfügung stand.