Frag nach dem Akkusystem

Lochwand mit aufgemalten Werkzeugumrissen, teilweise leer

Akkugeräte sind keine Einzelprodukte, sondern Teile eines Systems. Wer schon eines besitzt, besitzt in Wahrheit Akkus und Ladegerät, und jedes weitere Gerät wird danach ausgesucht, ob es dazu passt.

Ein geschenktes Gerät aus einem anderen System bringt deshalb keine Erweiterung mit, sondern eine zweite Infrastruktur: ein zweites Ladegerät, ein zweiter Akku, ein zweiter Platz im Regal. Das merkt der Beschenkte sofort und sagt es meistens nicht, und dann steht das Gerät ein Jahr im Karton.

Die Lösung ist unromantisch und funktioniert trotzdem: vorher fragen. Nicht „was wünschst du dir", sondern nur die eine Frage nach dem System. Das verrät nichts über das Geschenk und schließt den teuersten Fehler aus.

Wer nicht fragen kann oder will, hat immer noch die größere Hälfte der Nische zur Verfügung. Verbrauchsmaterial ist systemunabhängig. Ordnung ist systemunabhängig. Messen, Schutz und Licht sind es auch. Das klingt weniger nach Geschenk als ein Gerät im Koffer, ist aber das, was tatsächlich benutzt wird.

Ein Nebeneffekt, den ich lange unterschätzt habe: Wer ein Gerät geschenkt bekommt, bekommt auch eine Erwartung mitgeliefert. Jetzt muss damit etwas gebaut werden. Ein Sortimentskasten oder ein Bohrersatz kommt ohne diese Erwartung aus. Er liegt bereit, bis er gebraucht wird, und das ist bei angefangenen Projekten meistens die freundlichere Variante.

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