Thema
„Man schenkt einer Katze nichts. Man macht ihr ein Angebot.“
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Nr.01
„Die Katze bleibt zu Hause. Ihre Haare fahren mit."
Nr.02
„Es ist keine Erziehungsfrage. Es ist eine Materialfrage."
Nr.03
„Das Zeug der Katze liegt überall, weil es keinen Ort hat."
Nr.04
„Streu wandert weiter, als jede Physik erklärt."
Nr.05
„Der Boden unter dem Napf ist das feuchteste Quadrat der Wohnung."
Nr.06
„Das Spielzeug ist für die Katze. Die zehn Minuten sind für den Menschen."
Nr.07
„Das gekippte Fenster ist der einzige Punkt, an dem man nicht improvisiert."
Nr.08
„Der beste Platz der Wohnung ist ein Fensterbrett, das zu schmal ist."
Nr.09
„Der Platz auf dem Sofa ist längst vergeben. Man kann ihn nur waschbar machen."
Nr.10
„Zum Tierarzt fährt man selten und nie entspannt."
Nr.11
„Was man beim Tierarzt sagen wollte, fällt einem auf dem Rückweg ein."
Nr.12
„Es gibt Bücher über Katzen, die keinen Ratschlag enthalten. Das sind die guten."
Toni Samt kuratiert bei GeschenkMatch die Sektion Katzen — für Menschen, die ihre Wohnung längst geteilt haben. Die Auswahl richtet sich überwiegend an die Wohnung und die Person und trennt fünf Bereiche: Reinigung, Ordnung, Kratzen, Sicherheit und Textil für den Menschen. Grundlage ist eine Liste mit allem, was angeschafft wurde, und einer Spalte dazu: angenommen oder ignoriert.
Die Annahmequote ist das Problem dieser Nische. Was das Tier benutzt, entscheidet das Tier, und zwar nach Kriterien, die man von außen nicht sieht. Deshalb ist die Hälfte aller Anschaffungen in meiner Liste als ignoriert vermerkt, und deshalb ist diese Auswahl zurückhaltend.
Daraus folgt eine Verschiebung. Ich kuratiere überwiegend für die Wohnung und für den Menschen, der darin wohnt. Der lebt mit drei Dingen, über die selten gesprochen wird: Haare auf allem, was dunkel ist, Streu im Radius von zwei Metern, und Kratzspuren an genau der Stelle, an der das Sofa sichtbar ist.
Diese drei sind kein Missgeschick, sondern der Normalzustand. Sie wiederholen sich täglich und sie hören nicht auf. Alles, was sie kleiner macht, wird jeden Tag benutzt — im Gegensatz zur Hälfte dessen, was für das Tier gekauft wird.
Zwei Ausnahmen mache ich. Kratzmöbel gehören dazu, weil sie an einer einzigen Eigenschaft scheitern: Sie sind zu leicht und kippen, und was kippt, wird gemieden. Und Sisal gehört dazu, weil es Verbrauch ist. Alles andere für das Tier ist ein Angebot, und Angebote schenkt man nicht.
„Wer sein Sofa aufgibt, hat eine Entscheidung getroffen. Man muss sie nicht kommentieren, nur berücksichtigen.“