Haare, Streu, Kratzspuren
Über die drei wird selten geredet, weil sie nicht niedlich sind. Sie sind aber der eigentliche Alltag in dieser Nische.
Haare zuerst. Sie sind auf allem, was dunkel ist, und sie sind besonders zuverlässig auf dem, was man gerade anziehen wollte. Wer damit lebt, hat eine Fusselrolle im Flur, eine in der Tasche und eine im Auto — und alle drei sind irgendwann leer. Das ist Verbrauch, und Verbrauch ist das dankbarste Geschenk überhaupt, weil es nie doppelt da ist.
Dann die Streu. Sie verlässt den Bereich, in dem sie sein sollte, und zwar in einem Radius, den man nach kurzer Zeit barfuß auswendig kennt. Eine Matte macht diesen Radius kleiner. Sie beseitigt ihn nicht, und wer etwas anderes verspricht, war noch nie barfuß in dieser Wohnung.
Und die Kratzspuren. Sie sind an der Sofaecke, die man vom Esstisch aus sieht, nie an der Rückseite. Ein Überwurf ist die pragmatische Antwort: schneller gewaschen und leichter ersetzt als das Möbel darunter.
Keins dieser drei Dinge lässt sich abstellen. Alle drei lassen sich kleiner machen, jeden Tag ein bisschen. Deshalb steht bei mir die Reinigung vorn, obwohl sie als Geschenk zunächst nach Haushaltsauflösung klingt.