Katzengeschenke, die wirklich benutzt werden
Ich lebe mit zweien, die erst mal alles ablehnen. Das ist kein Spruch, das ist der Alltag: Ich stelle etwas hin, sie gehen einmal drum herum, setzen sich daneben und schauen mich an, als hätte ich etwas Unhöfliches gesagt. Wenn du also für eine Katze schenkst – oder für einen Menschen, der mit einer zusammenlebt – dann kauf nichts, was funktionieren soll. Kauf etwas, das auch dann noch okay ist, wenn es zwei Wochen ignoriert wird.

Etwas Hohes am Fenster
Der einzige Rat, den ich guten Gewissens gebe: höher ist besser als größer. Katzen wollen selten mehr Fläche, sie wollen einen Punkt, von dem aus sie alles überblicken – am liebsten mit Aussicht. Ein schmaler Kratzbaum am Fenster wird benutzt. Ein breiter mitten im Raum wird zum Möbelstück, über das du stolperst.
Achte auf das Gewicht des Sockels, nicht auf die Anzahl der Etagen. Was wackelt, wird nicht bestiegen – und du merkst es erst, wenn es schon dasteht.
Etwas, das Futter schwer macht
Fummelbretter und Futterbälle klingen nach Beschäftigungstherapie für Menschen mit zu viel Zeit. Sind sie auch. Sie funktionieren trotzdem. Eine Katze, die für ihr Abendessen zehn Minuten arbeiten muss, ist danach ruhiger als eine, die zwanzig Sekunden gebraucht hat – und um vier Uhr morgens merkst du den Unterschied.
Nimm ein Modell, das sich komplett auseinandernehmen lässt. Alles andere kannst du nach drei Wochen wegwerfen.
Etwas Weiches, das in die Waschmaschine passt
Ein Katzenbett ist eine Wette. Die eine schläft ab Tag eins darin, die andere findet es beleidigend. Deshalb: nicht das teuerste, sondern das waschbarste. Und wenn es nach vier Wochen immer noch leer ist, stell es an eine andere Stelle statt es abzuschreiben – bei mir hat ein Umzug um anderthalb Meter mehr gebracht als jede Kaufentscheidung.
Etwas für den Menschen, nicht für die Katze
Der ehrlichste Tipp zum Schluss. Wer mit Katzen lebt, hat Haare auf allem. Eine gute Fusselbürste, eine Rolle, die man nachfüllen kann, ein Handschuh fürs Sofa – das sind die Geschenke, über die sich tatsächlich jemand freut. Die Katze merkt davon nichts. Das ist der Punkt.
Und das Ding, das ich trotzdem jedes Jahr verschenke
Eine einfache Katzenangel. Zwei Euro Material, sechs Wochen Lebensdauer, und in dieser Zeit das Einzige im Haushalt, bei dem beide sofort mitmachen. Ich weiß, dass sie kaputtgeht. Ich verschenke sie trotzdem – und offenbar bin ich damit nicht allein, denn ich bekomme sie inzwischen auch selbst geschenkt.
Wenn du gerade etwas Bestimmtes suchst: sag oben einfach, für wen. Entscheiden tue ich hier ohnehin nicht.