Man schenkt einer Katze nichts

Ein Geschenk hat einen Empfänger, der es annimmt. Genau das ist hier nicht gesichert.

Was ein Tier benutzt, entscheidet das Tier, nach Kriterien, die von außen nicht erkennbar sind. Dasselbe Objekt wird in einer Wohnung täglich benutzt und in der nächsten nie angesehen, und niemand kann vorher sagen, welcher Fall eintritt. Wer für das Tier kauft, kauft also ein Angebot mit offenem Ausgang.

Das ist beim Selberkaufen unproblematisch. Beim Schenken ist es unangenehm, weil das Ignorieren sichtbar wird. Das Objekt steht dann als Vorwurf im Raum, und der Mensch daneben erklärt sich für ein Verhalten, auf das er keinen Einfluss hat.

Deshalb verschiebt sich die Auswahl. Der Mensch in dieser Wohnung ist ein sicherer Empfänger. Er lebt mit Haaren, Streu und Kratzspuren, und zwar täglich. Alles, was diesen Alltag kleiner macht, wird garantiert benutzt — von der Fusselrolle bis zur Decke, die in die Maschine passt.

Zwei Ausnahmen halte ich für vertretbar. Kratzmöbel, weil ihr häufigster Fehler bekannt ist und sich vermeiden lässt: Sie sind zu leicht, sie kippen beim ersten kräftigen Zug, und danach werden sie gemieden. Und Sisal, weil es Verschleißmaterial ist und das vorhandene Möbel verlängert statt ein neues Angebot zu machen.

Alles andere bleibt ein Angebot. Angebote macht man selbst, wenn man das Tier kennt. Verschenken sollte man sie nicht.

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