Warum derselbe Kaffee anders schmeckt

Handfilter über einer Karaffe im Morgenlicht, Dampf im Gegenlicht

Die häufigste Frage in dieser Nische ist nicht, welches Gerät man kaufen soll. Sie lautet: Warum schmeckt dieselbe Packung am Donnerstag anders als am Montag.

Vier Größen kommen dafür infrage, und keine davon ist die Maschine.

Die erste ist die Menge. Wer nach Löffel dosiert, dosiert nicht gleich — dieselbe Löffelmenge wiegt je nach Bohne und Röstung unterschiedlich viel. Das ist der Grund, warum eine Waage in dieser Nische früher genannt wird als fast alles andere.

Die zweite ist die Zeit, und sie wird selten gemessen, weil man glaubt, sie zu spüren. Zwischen einer kurzen und einer langen Extraktion liegen Sekunden, und Sekunden merkt sich niemand im Halbschlaf.

Die dritte ist das Wasser, genauer die Temperatur beim Aufgießen. Ein Kessel, der gerade gekocht hat, ist eine andere Ausgangslage als einer, der zwei Minuten stand.

Die vierte ist die Frische. Eine Bohne verändert sich in den Wochen nach dem Rösten, und zwar weiter, auch wenn die Packung geschlossen ist — offen deutlich schneller. Was am Montag passte, passt am Donnerstag nicht mehr ganz.

Alle vier lassen sich beobachten, sobald man sie aufschreibt. Keine davon lässt sich durch ein neues Gerät ersetzen.

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