Was auf den Brühkarten steht

Hand beschriftet eine Karteikarte auf einer Holzarbeitsplatte, daneben eine kleine Waage und Kaffeebohnen

Ich schreibe pro Tasse eine Karte. Sechs Angaben: Bohne, Röstdatum, Mahlgrad, Einlaufgewicht, Auslaufgewicht, Zeit. Das dauert zwanzig Sekunden und sieht von außen nach Übertreibung aus.

Der Nutzen zeigt sich erst im Stapel. Eine einzelne Karte sagt nichts. Fünfzig Karten sagen, woran es lag, als es an einem Dienstag plötzlich anders schmeckte — und die Antwort ist fast nie die Maschine.

Meistens steht es in zwei der sechs Spalten. Das Röstdatum liegt weiter zurück als beim letzten Mal, oder der Mahlgrad ist derselbe geblieben, während die Bohne älter geworden ist. Beides sind Dinge, die man ohne Notiz nicht bemerkt, weil sie schleichend passieren und weil man morgens nicht vergleicht.

Der Stapel begründet auch diese Auswahl. Was in den Spalten steht, entscheidet über die Tasse: dass gemessen wird und dass die Bohne frisch ist. Was nicht in den Spalten steht, ist die Ausstattung. Sie kommt in meinen Notizen praktisch nicht vor, obwohl sie in dieser Nische die meisten Gespräche füllt.

Ohne Notiz wiederholt man nicht das gute Ergebnis. Man wiederholt nur den Zufall und merkt es nicht.

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