Es muss etwas ersetzen

Wer jemandem etwas für die Küche schenkt, denkt über das Ding nach. Er sollte über den Schrank nachdenken.

Küchen sind seit Jahren voll. Nicht mit schlechten Sachen — mit Dingen, die einzeln alle vernünftig waren und zusammen keinen Platz mehr lassen. Das neue Teil verdrängt deshalb immer etwas, und meistens verdrängt es etwas, das häufiger gebraucht wird als es selbst.

Daraus folgt ein einfacher Maßstab. Ein gutes Küchengeschenk ersetzt entweder etwas, das schon da ist, oder es wird jede Woche in die Hand genommen. Trifft keines von beidem zu, ist es ein Gegenstand, der zweimal benutzt und dann nach hinten geschoben wird.

Der Maßstab hat einen angenehmen Nebeneffekt: Er macht die Auswahl kleiner und die Entscheidung leichter. Waage, Messer, Karte, Tuch — Dinge, die alt aussehen dürfen, weil sie benutzt werden. Ein gutes Küchengeschenk sieht nach zwei Jahren benutzt aus, nicht neu.

Wer bäckt, hat übrigens selten Platzmangel. Er hat einen Aussortier-Rückstand. Das ist etwas anderes und lässt sich mit einem Geschenk sogar verkleinern.

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